Bei Depressionskunden erlebe ich immer wieder, dass nach einer Besserung jede neue schlechte Phase Angst vor einem Rückfall auslösen kann. Um ihnen klar zu machen, dass solche Phasen normal und kein Grund zur Aufregung sind, benutze ich das Bild der

Stimmungswellen

Kein Mensch ist immer gleich gut drauf. Jeder hat Tage mit besserer und mit schlechterer Stimmung. Befindet sich die Stimmung oberhalb seiner Wohlfühlgrenze, geht es ihm gut.

Optimist:
Stimmungskurve Optimist
Pessimist:
Stimmungskurve Pessimist
Wirre Kurve Natürlich ist ein Stimmungsverlauf nicht so gleichmäßig. Er ähnelt eher dem unregelmäßigen Verlauf des Lautstärkepegels bei einem Geräusch. Aber für die Erklärung ist das irrelevant.

Stimmungskurve Depression Bei Menschen mit Depression liegt die Stimmung nahezu dauer­haft unter der Wohlfühl­grenze.


Wenn nun im Verlauf einer Therapie die Stimmung besser wird, geschieht das nicht schlagartig, als ob man einen Schalter umlegt, sondern die Kurve steigt nach und nach an, so dass sie immer länger und immer höher die Wohlfühlgrenze überschreitet, bis sie schließ­lich den Normalzustand (hoffentlich eines Optimisten) erreicht.

Stimmungskurve Therapie
Das wäre ein Zustand, wie er bei einer manischen Störung oder unter Drogen auftritt, bei dem sich Menschen aus Sorglosigkeit zu Grunde richten.

Einen Zustand zu erwarten, in dem die Stimmung für immer über der Wohlfühlgrenze liegt, ist unrealistisch.

Es gibt im Leben immer wieder Ereignisse, die herunterziehen. Gesund ist man, wenn man sich davon innerhalb weniger Stunden oder Tage erholt. Erst bei mehr als zwei Wochen ist professionelle Hilfe empfehlenswert.