Einige Arten von Psychotherapie

Hier sind einige Arten von Psychotherapie kurz beschrieben:

Psychoanalyse

Bei der Psychoanalyse nach Sigmund Freud werden Erinnerungen aus Kindheit und Jugend reflektiert, um Ursachen für lebenslange Probleme zu erkennen und aufzuarbeiten, was zur Nachreifung der Persönlichkeit führen soll. Da in der Urform der Psychoanalyse die Patienten ihre Erinnerungen wahllos-planlos produzieren, ist das Verfahren langwierig und damit teuer. Es ist (nur noch) sinnvoll, wenn die Probleme nicht richtig greifbar sind.
In der Regel dauert die Psychoanalyse einige Jahre.

Tiefenpsychologie

Die Tiefenpsychologie ist eine Abwandlung der Psychoanalyse. Hier wird gezielt mit Erinnerungen gearbeitet, die für akute heutige Probleme verantwortlich sind.
Eine tiefenpsychologische Therapie dauert bis zu 18 Monate.

Verhaltenstherapie

Bei der Verhaltenstherapie wird nach und nach neues Verhalten eingeübt. Je nach Problem wird über Arbeiten an Emotionen und Denkmustern der Weg für neues Verhalten frei gemacht (z.B. bei Neurosen), oder durch gezieltes Verhalten Emotionen und Denk­muster verändert (z.B. bei Ängsten).
Eine Verhaltenstherapie dauert in der Regel 12 - 18 Monate.

Hier einige Varianten:

Systematische Desensibilisierung

Die Systematische Desensibilisierung wird zur Behandlung von Äng­sten benutzt. Zuerst werden die Angst auslösenden Situa­tio­nen (auch in verschiedenen Varianten) nach Stärke der Angst sortiert. Dann lernt der Klient eine Entspannungsmethode. Danach setzt er sich im entspannten Zustand den Angst auslösenden Situationen aus, beginnend mit der schwächsten.
Da Angst und Entspannung unvereinbare Zustände sind, entsteht so eine Gewöhnung an die Situationen, die Angst wird "verlernt".

Konfrontationstraining

Das Konfrontationstraining dient ebenfalls der Behandlung von Äng­sten. Im Gegensatz zur Systematischen Desensibilisierung wird auf die Entspannung verzichtet. Das ist z.B. nötig in Situationen, in denen Aufmerksamkeit und Konzentration gefordert ist, die ja von Entspannung beeinträchtigt werden. Hier muss bei der stufenweise gesteigerten Konfrontation der Klient einfach die Angst aushalten, bis sie nachlässt.

Rational-Emotive Verhaltenstherapie

Die Rational-Emotive Verhaltenstherapie basiert auf der Erkennt­nis, dass Menschen auf bestimmte Reize auf eine Art und Weise reagieren, die durch ihre Erfahrungen und früheres Erleben bestimmt ist. Wenn diese Erfahrungen nicht mehr auf das jetzige Leben zutreffen, sind die Reaktionen jetzt unangepasst, machen also Probleme.
Bei der REVT werden Erfahrungen und Einstellungen hinterfragt, durch neue Erkenntnisse ersetzt/ergänzt, die durch die Folgen neuen passenden Verhaltens bestätigt und gefestigt werden.

Gesprächstherapie nach Rogers

Bei dieser Gesprächstherapie (auch als "aktives Zuhören" bekannt) spricht der Klient frei über seine Gedanken/Gefühle/Pläne… und der Therapeut versucht, das Gesagte mit eigenen Worten zu wiederholen ohne zu kommentieren.
Ist die Wiedergabe richtig, fühlt sich der Klient ermutigt, weiter zu entwickeln.
Fühlt er sich dagegen nicht verstanden, so ist er veranlasst, zu korrigieren und damit seine Gedanken/Gefühle auch für sich selbst klarer zu sortieren, was zu Lösungen führen kann, die in der vorherigen Unklarheit nicht erkennbar waren.

Dieses Verfahren ist auch Eltern sehr zu empfehlen, wenn ihr Kind sich mal wieder aufregt (über Schule, Lehrer, Freunde…).